Benjamin Ferencz, 98 Jahre, Gib niemals auf

In der ZEITvom 28.03.2018 las ich eine großes Interview mit Benjamin Ferencz. Ich kannte den Namen nicht. Das ist mehr als eine Bildungslücke fand ich, nach der Lekture des Artikels (aus dem ich nachfolgend zitiere).

Als amerikanischer Soldat (und Jurist) wurde er Chefankläger bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen nach dem 2. Weltkrieg, also nach 1945.

Er erzählt über seine Kindheit: „Meine drei Jahre ältere Schwester wurde im selben Bett geboren wie ich. Aber bei ihrer Geburt gehörte das Bett noch zu Ungarn, meines gehörte schon zu Rumänien. Sie war Ungarin, ich Rumäne. Das amüsiert mich noch heute, weil viele Menschen so viel Wert auf Nationalitäten legen. Ich finde: Das alles bedeutet verdammt wenig. Es kommt darauf an, wie man das Volk behandelt.“

„Wir lebten in einer armen Gegend (in New York), die man Hell`s Kitchen nannte, das Viertel mit den meisten Verbrechen. Als Kriminologe habe ich mich später damit beschäftigt. Wir wohnten damals in einem Keller, in dem immer die Wände feucht waren. Deswegen schickte uns die Mutter oft auf die Treppe, die ins Freie führte, damit wir  genügend Sauerstoff bekamen, ohne auf die Straße zu müssen. Meine Kindheit spielte sich auf diesen zwölf Treppenstufen ab. Es war eine einsame Kindheit“.

Auf die Frage zu den Einsätzen wie in Afghanistan, antworte Herr Ferenz: “ Ich bin gegen alle Kriege. Jeder Krieg bringt Mörder hervor. Hören Sie die erste Ansprache des Präsidenten Trump vor der UN an. Er drohte Nordkorea: „Wir werden Euch vollständig zerstören“. Als ich das hörte, dachte ich: Herr Präsident, wie zerstören Sie ein Land vollständig? Treiben Sie alle Leute raus und erschießen sie, wie es die Einsatzgruppen der Nazis taten? Jagen Sie das Land in die Luft, wie wir es in Japan taten? Wie zerstören Sie und warum? Weil Sie die Meinung der Führer in Nordkorea nicht teilen? Das ist die Rechtfertigung von Massenmord.“

Am Ende des Interviews fragt die Zeit: „Sie haben Jahre dafür gekämpft, das der Internationle Strafgerichtshof eingerichtet wurde. Das es tatsächlich so kam, war auch Ihr Verdienst. Gibt es einen Ratschlag, den jüngeren Menschen geben, Ihren Kindern und Enkeln?

Antwort von Herrn Ferencz (98 Jahre): Erster Ratschlag: Gib niemals auf. Zweitens: Gib niemals auf. Und drittens?

Antwort von Herrn Stefan Willeke, dem Interviewer: Gib niemals auf.

So gehen wir heute am Karfreitag, 30,03.2018, wie seit Jahren schon, zur Auftaktveranstaltung der Ostermärsche in Hessen in dem Ort Bruchköbel (bei Hanau), gegen Krieg. Heute wieder notweniger denn je.

Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Benjamin_Ferencz

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*